Gastrezension Die Legenden der Albae, Band 3: Dunkle Pfade

Die netteren Dunkelelfen

Markus Heitz liefert mit diesem Roman endlich einen Blick auf die Gegenseite seiner hinlänglich aus „Die Zwerge“ bekannten Welt. Für Fans schon deshalb ein absolutes Muss. Im Großen und Ganzen gelingt ihm das auch sehr gut. Stadt, Kultur und Charaktere der einzelnen Albae sind ausführlich beschrieben, hinreichend fremdartig und in vielen Details faszinierend ungewöhnlich.
Für die gnadenlose Boshaftigkeit der Albae aus den „Zwergen“ allerdings sidn sie beinahe schon zu nett. Ihre beiläufige Art, andere Rassen und sogar ihresgleichen zu töten und als Grundstoffe für Kunstwerke und Alltagsgegenstände zu verwenden, ist zwar sogar nachvollziehbar, doch irgend etwas fehlt. Denn Heitz muss sich hier wohl oder übel an den anderen Dunkelelfen, den von R.A. Salvatore ausgestalteten Drow und ihren Städten messen lassen. In einem direkten Vergleich mit Salvatores gnadenlosen Killern in ihrer düsteren Stadt Menzoberanzzan wirkt die Stadt der Albae Dson Faimon eher wie ein angenehmes Ausflugsziel, das von einer etwas verschrobenen Künstlerkolonie bewohnt wird. Das nimmt den Albae doch ein wenig den Biss.
Ich hatte ihre Kultur schlicht härter und gnadenloser erwartet. Gerade Sinthoras ist ein beinahe schon gemütlicher Familienmensch, beziehungsweise Albae, dem man die Bosheit seiner Kultur nur schwer abkaufen kann.
Daneben steht der Detailreichtum der Geschichte selbst gelegentlich im Weg. Das Bild der künstlerischen, fremdartigen Stadt ist schnell etabliert. Ab dann hätten es auch weniger ausführliche, seitenlange Beschreibungen von Eleganz und künstlerischer Schönheit getan und mehr Platz für tatsächliche Action gelassen.
Das heißt nicht, dass der Auftakt der Legenden der Albae schlecht ist. Sprache und Schreibstil sind gewohnt gut, das Buch lässt sich „mal eben so schnell weg“ lesen und wo etwas passiert, passiert es auch schnell und spannend. außerdem ist es eine tolle Idee, die Gegenseite des Zwergen-Konfliktes vorzustellen und begreifbar zu machen. Das gibt den Zwergen im Nachhinein noch mehr Tiefe.
Ich hatte mir jedoch die Albae aufgrund ihres Bildes in der Zwergenserie mindestens so düster vorgestellt wie die „Kinder des Judas“-Romane. Dafür aber sind sie entschieden zu nett.

Aber wenn man sich einmal damit abgefunden hat, machen sie Spaß. Ich bin gespannt, wie es weitergeht…

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